
Pressemeldung vom 16.03.2006
Porto Allegre – Maria kriegt ein rotes Leibchen, Junior ein gelbes – die Mannschaften werden aufgeteilt wie auf jedem Bolzplatz auf der Welt. Jose und Manolo diskutieren, ob die beiden Teams ausgeglichen besetzt sind. Doch es wird nicht lange argumentiert, schließlich will man Fußball spielen. Es ist 9.00 Uhr auf dem Hof des Instituto in Porto Allegre. Dass beim Hilfsprojekt des ehemaligen Fußballweltmeisters Carlos Dunga der Fußball eine Hauptrolle spielt, sollte niemanden überraschen. In jeder freien Minute wird gekickt, das ist in ganz Brasilien so, warum sollte es im Instituto Dunga anders sein? Und doch ist der Fußball weit mehr als eine reine Freizeitbeschäftigung.
Carlos Dunga erklärt: „Im Sportverein des Clube Cidadao Dunga gibt es keine Bankdrücker. Jedes einzelne unserer Kinder ist ein Star – und wird auch dementsprechend behandelt. Unser Ziel ist es, den Ausschluss aus der Gesellschaft zu besiegen.” Es ist offensichtlich: Der Fußball ist nicht nur eine Sportart, er dient auch als Sinnbild für Teamorientierung und Solidarität, die als Lerninhalte vermittelt werden. Mit dieser Metapher formuliert Dunga gleichzeitig auch die wesentlichen Ziele: „Wir wählen nicht die Taktik der Verteidigung, wir zeigen unseren Wert, unsere Kunst in der Offensive. Unsere Pässe gehen von Fuß zu Fuß, von Spieler zu Spieler. Gemeinschaftlich und solidarisch sind wir immer offen für neue Möglichkeiten.”
Inzwischen ist Carlos Dunga an den Spielfeldrand getreten, wo gerade 5 gegen 5 gespielt wird. Die Mannschaft von Jose – die mit den roten Leibchen – sind in Führung. Auch seine eigene Motivation erklärt Carlos Dunga mit Hilfe des Fußballs. „Jedes Tor bedeutet ein Leuchten in den Augen der Kinder – und zwar nicht nur dann, wenn sie es selbst erzielt haben. Dass ein intaktes Team jedem Mitglied Freude bereitet, das ist nicht nur ein Ziel, sondern auch eine Belohnung. So schaffen wir eine bessere Zukunft für viele Kinder und Jugendliche.” Dunga ruft die Kinder zu sich und begleitet sie ins Klassenzimmer, wo die nächste Unterrichtseinheit beginnt. Die Begegnung ging mit 7 zu 5 Toren für die rote Mannschaft aus. Aber noch auf dem Weg zum Unterricht sind sich Jose und Manolo einig, dass am folgenden Tag zur selben Uhrzeit die Revanche ausgespielt werden sollte.